Hotelslipper-Bedarf berechnen:
pro Zimmer und pro Monat
Wie viele Hotelslipper braucht ein Haus wirklich? Wer den Bedarf einmal sauber durchrechnet, vermeidet Engpässe ebenso wie überfüllte Lager. Dieser Guide erklärt die Faustformel und rechnet Ihren Bedarf pro Zimmer und pro Monat direkt aus.
100 Zimmer, durchgerechnet
Ein Beispielhaus mit 100 Zimmern, 70 % Auslastung und im Schnitt sechs Gästewechseln pro Zimmer und Monat, was rund fünf Nächten pro Aufenthalt entspricht. Die drei Kennzahlen zeigen, wie sich aus der Belegung der laufende Bedarf ergibt. Mit Ihren eigenen Werten rechnet der Bedarfsrechner weiter unten.
Pro Belegung
- Zwei Paar pro Zimmer als Standard
- Grundlage ist die Doppelbelegung
- Deckt eine volle Belegung ab
- Ausgangspunkt jeder Rechnung
Pro Monat
- 100 × 2 × 0,7 × 6 = 840
- Sechs Gästewechsel je Zimmer
- Basis für den Bestellrhythmus
- Ohne Wellnessbereich gerechnet
Pro Jahr
- Mit 10 % Puffer rund 11.100 Paar
- Grundlage für Jahresstaffelpreise
- Zeigt das Verhandlungsvolumen
- Saisonschwankungen nicht enthalten
So berechnen Sie Ihren Bedarf
Der häufigste Fehler bei der Bedarfsplanung von Hotelslippern liegt in der Bezugsgröße. Wer mit Übernachtungen rechnet, kommt auf viel zu hohe Zahlen, denn ein Gast bekommt seine Slipper einmal, nicht jeden Abend neu. Die richtige Bezugsgröße ist der Gästewechsel, also die Anreise. Aus dieser Unterscheidung folgt die gesamte Rechnung, und sie erklärt auch, warum zwei Häuser mit identischer Zimmerzahl völlig unterschiedliche Verbräuche haben können.
Die Basis: zwei Paar pro Zimmer
Ausgangspunkt jeder Rechnung ist die Belegung. Da das Doppelzimmer in den meisten Häusern die Regel ist, plant man pro Zimmer zwei Paar Slipper pro Belegung. Ein Haus mit 100 Zimmern stattet eine volle Belegung also mit rund 200 Paar aus. Dieser Wert ist bewusst pauschal gehalten: Einzelbelegungen verbrauchen weniger, Zustellbetten und Familienzimmer mehr, im Mittel gleicht sich das über den Monat aus.
Wenn Ihr Haus stark von diesem Muster abweicht, korrigieren Sie den Faktor. Business-Häuser mit hohem Einzelbelegungsanteil kommen mit 1,5 Paar pro Zimmer realistischer hin, Ferien- und Familienhotels liegen eher bei 2,5. Genauer wird die Rechnung dadurch aber nicht automatisch, denn die Auslastung und der Gästewechsel haben deutlich größeren Einfluss auf das Ergebnis als der Belegungsfaktor.
Die Faustformel
Der monatliche Bedarf ergibt sich aus vier Werten:
Zimmer × 2 Paar × Auslastung × Gästewechsel pro Monat = Bedarf pro Monat
Die Zimmerzahl ist die Anzahl der Zimmer im Haus, nicht die der Betten. Die zwei Paar sind der Standard pro Zimmer bei Doppelbelegung. Die Auslastung ist Ihre durchschnittliche Belegungsquote als Dezimalwert, 70 % entsprechen also 0,7. Und der Gästewechsel gibt an, wie oft pro Zimmer im Schnitt neue Gäste anreisen, was direkt von der Aufenthaltsdauer abhängt.
Den Gästewechsel richtig bestimmen
Der Gästewechsel ist der Wert, bei dem in der Praxis am häufigsten geschätzt wird, obwohl er sich exakt aus dem PMS ziehen lässt. Teilen Sie die Zahl der Tage im Monat durch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer, dann haben Sie ihn. Bei fünf Nächten pro Aufenthalt ergeben 30 Tage sechs Wechsel, bei zwei Nächten sind es fünfzehn. Genau hier liegt der große Hebel: Ein Stadthotel mit zwei Nächten Durchschnittsaufenthalt verbraucht bei gleicher Zimmerzahl und gleicher Auslastung mehr als das Doppelte eines Ferienhotels mit fünf Nächten.
Wer keinen belastbaren Wert zur Hand hat, sollte lieber vorsichtig nach oben schätzen. Ein zu niedrig angesetzter Gästewechsel führt direkt in den Engpass, während ein zu hoch angesetzter nur etwas Kapital bindet, das im Folgemonat ohnehin verbraucht wird.
Woher die Zahlen kommen: Zimmerzahl, durchschnittliche Auslastung und mittlere Aufenthaltsdauer stehen in der Belegungsstatistik Ihres PMS. Nehmen Sie den Durchschnitt der letzten zwölf Monate, saisonale Ausreißer gleichen sich darüber aus.
Ihren Bedarf direkt berechnen
Tragen Sie Ihre Zimmerzahl, die durchschnittliche Auslastung und die typische Aufenthaltsdauer in Nächten ein, den Gästewechsel ermittelt der Rechner daraus selbst. Das Ergebnis ist der Monatsbedarf einschließlich eines Puffers von 10 Prozent und liegt damit bewusst etwas über dem Wert der reinen Faustformel.
Das Ergebnis deckt die Zimmerausstattung ab. Wellnessbereich und Saisonspitzen kommen darauf noch obendrauf, wie Sie beides abschätzen, klärt der folgende Abschnitt. Rechnen Sie außerdem zwei Varianten durch, einmal mit Ihrer Hochsaison-Auslastung und einmal mit der Nebensaison. Die Differenz zwischen beiden Werten zeigt Ihnen, ob ein gleichbleibender Bestellrhythmus über das Jahr funktioniert oder ob Sie saisonal unterschiedliche Mengen abrufen sollten.
Was den Bedarf beeinflusst
Der Rechner liefert einen belastbaren Ausgangswert für die Zimmerausstattung. Drei Faktoren verschieben ihn in der Praxis nach oben, ein vierter beeinflusst nicht die Menge, aber die Materialwahl. Wer alle vier in die Planung aufnimmt, muss den Bestand später seltener nachjustieren.
Aufenthaltsdauer und Saison
Kürzere Aufenthalte bedeuten mehr Wechsel und damit höheren Verbrauch, bei gleicher Auslastung und gleicher Zimmerzahl. Das ist der wichtigste Einzelfaktor überhaupt, weil er direkt in die Formel eingeht. Verändert sich Ihr Gästemix, etwa durch mehr Kurzreisen oder ein neues Tagungsgeschäft, ändert sich der Slipper-Bedarf sofort mit, ohne dass die Auslastung steigt.
Die Saison wirkt anders, nämlich auf die Verteilung über das Jahr. Ferien- und Sommerhotels schwanken stark, teils zwischen Vollbelegung und Schließzeit. Für diese Häuser ist der Jahresdurchschnitt als Planungsgröße wenig brauchbar. Sinnvoller ist eine Rechnung je Saisonabschnitt, also einmal für die Hochsaison und einmal für die Nebensaison, mit entsprechend unterschiedlichen Bestellmengen. Wer stattdessen den Jahresschnitt bestellt, hat im Sommer zu wenig und im Winter zu viel.
Wellnessbereich als zweiter Verbrauchsstrom
Ein Spa-, Pool- oder Saunabereich erzeugt zusätzlichen Bedarf, der sich nicht über die Zimmerbelegung abbilden lässt. Hier zählt nicht die Anreise, sondern die Nutzung, und die kann pro Gast mehrfach im Aufenthalt erfolgen. Dazu kommen Tagesgäste, wenn der Bereich extern zugänglich ist. Planen Sie diesen Verbrauch deshalb als eigene Position, üblicherweise mit offenen Modellen, die in der Umkleide oder am Eingang bereitliegen.
Als Startwert eignet sich die geschätzte Zahl der Spa-Nutzungen pro Monat, ergänzt um einen Zuschlag für Gäste, die ein zweites Paar nehmen, weil das erste feucht ist. Nach zwei bis drei Monaten haben Sie einen belastbaren Erfahrungswert und können die Menge festschreiben. Führen Sie diese Position getrennt vom Zimmerbedarf, sonst verschleiert der Mischwert, wo der Verbrauch tatsächlich entsteht.
Wiederverwendung durch den Gast
Hotelslipper sind im Sinne der Hygiene Einweg-Produkte, also gedacht für den ersten Gast. Von derselben Person sind sie danach problemlos über mehrere Monate nutzbar, weshalb viele Gäste sie mitnehmen. Für die Bedarfsrechnung ändert das nichts, denn das Paar ist verbraucht, sobald es ausgegeben wurde. Für die Materialentscheidung ändert es sehr viel: Ein Modell, das gut genug ist, um mitgenommen zu werden, trägt Ihr Logo über den Aufenthalt hinaus, ohne dass Zusatzkosten entstehen.
Diese Überlegung lohnt gerade bei der Frage, ob das nächsthöhere Material im Budget vertretbar ist. Der Aufpreis kauft nicht nur Komfort im Zimmer, sondern auch Sichtbarkeit danach. Bei einem Jahresvolumen im fünfstelligen Bereich ist das ein Werbeeffekt, der sich mit keinem anderen Ausstattungsartikel in dieser Größenordnung erzielen lässt.
Puffer und Mindestbestand festlegen
Der Rechner bringt bereits einen Puffer von 10 Prozent mit. Ergänzend legen Sie eine feste Mindestbestand-Schwelle fest, bei der nachbestellt wird. Diese Schwelle sollte mindestens die Lieferzeit abdecken, sinnvollerweise mit einem Aufschlag für den Fall, dass die Lieferung sich verzögert oder die Auslastung unerwartet anzieht. Bei kurzen Lieferwegen, etwa bei Made-in-EU-Modellen, fällt der nötige Sicherheitsbestand deutlich kleiner aus als bei Ware mit langem Seeweg.
Zwei Punkte gehören ergänzend in die Planung. Erstens die Vorlaufzeit bei personalisierten Slippern, die durch die Veredelung länger ist als bei Standardware und den Mindestbestand entsprechend nach oben verschiebt. Zweitens die Aufteilung auf die Größenklassen: Der Gesamtbedarf sagt noch nichts darüber, wie viel davon Unisex, Herrengröße oder Kindergröße sein muss. Diese Aufteilung leiten Sie aus Ihrem Gästeprofil ab, nicht aus der Formel.
Größen sinnvoll planen →Häufige Fragen
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